Für die meisten Camper ist ein LTE-Router mit eigener Daten-SIM die richtige erste Lösung. Der Router ist dabei selten das Problem – das Datenvolumen und der Empfang sind es.
- Datenbedarf: 5–10 GB pro Woche für normale Nutzung, 25–40 GB bei Homeoffice
- LTE reicht für Navigation, Surfen und Streaming – 5G lohnt erst bei mobiler Arbeit
- Eigener Router statt Handy-Hotspot: stabiler, mehrere Geräte, Akku des Telefons bleibt heil
- Außenantenne bringt nur etwas, wenn der Router passende Anschlüsse hat – sonst verpufft das Geld
- Starlink ist eine Off-grid-Lösung, keine Standardausstattung: laufende Tarifkosten plus deutlicher Strombedarf
Erst die Frage, dann das Gerät
LTE-Router mit Daten-SIM. Deckt Navigation, Streaming und mehrere Geräte ab.
5G-Router oder Festeinbau mit zweiter SIM als Backup, dazu Außenantenne.
du zwei bis drei Wochen im Jahr fährst. Dann ist ein größerer Datentarif fürs Handy billiger als jeder Router.
Wichtigster Kaufpunkt: Erst klären, wie viel GB du wirklich brauchst. Danach das Gerät wählen – nicht umgekehrt.
TP-Link Archer MR600 4G+ LTE Router
Für die meisten Camper, die ein stabiles Fahrzeug-WLAN wollen
TP-Link TL-MR6400 LTE Router
Für Surfen, Navigation, Wetter und gelegentliches Streaming
AVM FRITZ!Box 6850 LTE
Für alle, die FRITZ!Box-Bedienung, Mesh und stabile Konfiguration mögen
TP-Link M7650 mobiler LTE-Hotspot
Für Mietcamper, Vanlife und Reisende, die nichts fest einbauen wollen
NETGEAR Nighthawk M6 Pro 5G
Für mobiles Arbeiten, viele Geräte und hohe Datenraten
Die drei folgenden Produkte sind bewusst getrennt aufgeführt: Sie richten sich an Camper, die den Router fest einbauen und den Empfang verbessern wollen. Wer nur ein WLAN im Fahrzeug sucht, braucht sie nicht.
Teltonika RUT241 LTE Router
Für feste 12V-Installation im Wohnmobil statt Wohnzimmer-Router
Teltonika RUTX50 5G Router
Für Homeoffice-Camper und anspruchsvolle Dauerreisende
Poynting MIMO-3-17 5G/LTE Dachantenne
Für feste Router-Setups mit passenden Antennenanschlüssen
Internet im Wohnmobil ist kein einzelnes Produkt, sondern ein Setup. Ein Wochenendcamper braucht etwas anderes als jemand, der aus dem Wohnmobil arbeitet. Die größten Fehler sind: einen Router ohne Antennenanschluss kaufen, Starlink als erste Lösung wählen, obwohl LTE reichen würde, oder eine Außenantenne kaufen, die nicht zum Router passt.
Diese Seite trennt deshalb klar zwischen einfachen LTE-Routern, mobilen Hotspots, 5G-Premiumlösungen, festen 12V-Routern, Außenantennen und Starlink.
Transparenz: Die Amazon-Links sind Affiliate-Links. Für dich entstehen keine Mehrkosten. Selbst getestet sind die Geräte nicht. Tarif, Hardware und Verfügbarkeit ändern sich laufend und gehören vor dem Kauf direkt beim Anbieter geprüft.
Nicht in dieser Liste: WLAN-Repeater für den Campingplatz-Hotspot und reine Signalverstärker. Repeater verstärken ein fremdes WLAN, das oft selbst überlastet ist – sie machen ein schlechtes Netz nicht schneller, sondern nur weiter reichend. Ebenfalls nicht enthalten sind Starlink-Hardware und -Zubehör: Tarif und Kit sollten direkt beim Anbieter geprüft werden, dazu unten mehr.
Welche Lösung passt zu dir?
| Reisetyp | Beste Lösung | Warum |
|---|---|---|
| Wochenendcamper | Smartphone-Hotspot oder günstiger LTE-Router | wenig Hardware, geringe Kosten |
| Normale Urlaubsreisen | TP-Link Archer MR600 oder FRITZ!Box 6850 LTE | stabiles WLAN für mehrere Geräte |
| Mietcamper / Vanlife ohne Einbau | mobiler Hotspot wie TP-Link M7650 | tragbar, Akku, schnell eingerichtet |
| Homeoffice im Wohnmobil | 5G-Hotspot oder Teltonika 5G + Backup-SIM | mehr Leistung und bessere Ausfallsicherheit |
| Feste Installation | Teltonika RUT241/RUTX50 + Außenantenne | 12V-tauglich, robust, externe Antennen |
| Abgelegen / off-grid | Starlink plus Mobilfunk-Backup | unabhängiger vom Mobilfunknetz |
Die Produkte im schnellen Vergleich
| Produkt | Typ | Strom | Einschätzung | |
|---|---|---|---|---|
| TP-Link Archer MR600 | LTE-Router | 230V-Netzteil | bester Allrounder für die meisten Camper | zum Detail ↓ |
| TP-Link TL-MR6400 | LTE-Budgetrouter | 230V-Netzteil | günstig, aber nicht für hohe Ansprüche | zum Detail ↓ |
| FRITZ!Box 6850 LTE | LTE-Komfortrouter | 230V-Netzteil | starkes Heimnetz, eher wohnungsnah gedacht | zum Detail ↓ |
| TP-Link M7650 | mobiler Hotspot | Akku, USB-Laden | die einfachste Lösung ohne Festeinbau | zum Detail ↓ |
| NETGEAR Nighthawk M6 Pro | 5G-Hotspot | Akku, USB-C | teuer, aber stark für mobiles Arbeiten | zum Detail ↓ |
| Teltonika RUT241 | LTE-Festeinbau | 9–30V DC | robust und direkt am Bordnetz betreibbar | zum Detail ↓ |
| Teltonika RUTX50 | 5G-Festeinbau | 9–50V DC | Premiumlösung für Dauerreisende | zum Detail ↓ |
| Poynting MIMO-3-17 | Dachantenne | — | nur sinnvoll mit passendem Router und sauberer Montage | zum Detail ↓ |
Wenn du dich nicht entscheiden kannst: Der TP-Link Archer MR600 ist die Wahl mit dem geringsten Risiko – bezahlbar, weit verbreitet und mit zwei SMA-Anschlüssen für eine spätere Außenantenne vorbereitet. Genau dieser letzte Punkt entscheidet später darüber, ob du den Empfang noch verbessern kannst oder neu kaufen musst.
Die Spalte „Strom" steht bewusst mit drin, weil sie beim Kauf fast immer übersehen wird. Die meisten Router in dieser Liste sind für 230V gebaut. Ohne Landstrom hängen sie am Wechselrichter, der selbst im Leerlauf 10 bis 20 Watt zieht – oft mehr als der Router. Nur die Teltonika-Geräte laufen direkt am 12V-Bordnetz.
Diese Daten solltest du vor dem Kauf prüfen
| Kriterium | Warum wichtig? | Worauf achten |
|---|---|---|
| Antennenanschlüsse | Ohne sie ist eine spätere Empfangsverbesserung unmöglich | zwei oder vier SMA/TS9-Buchsen, nicht nur interne Antennen |
| Stromversorgung | 230V-Geräte brauchen ohne Landstrom einen Wechselrichter | 12V-Eingang (9–30V DC) ist im Fahrzeug klar im Vorteil |
| LTE-Kategorie | Bestimmt die maximale Geschwindigkeit | Cat4 reicht für Alltag, Cat6 und höher für mehrere Geräte |
| SIM-Format | Falsches Format heißt neue Karte beim Anbieter bestellen | Micro, Nano oder eSIM – vor dem Tarifabschluss abgleichen |
| Frequenzbänder | Entscheidet, ob das Gerät im Ausland funktioniert | Band 20 (800 MHz) ist für Empfang auf dem Land entscheidend |
Band 20 ist der Punkt, an dem Importgeräte auffallen. Es trägt in Deutschland und weiten Teilen Europas die Fläche außerhalb der Städte – genau dort, wo Wohnmobile stehen. Ein günstiger Router ohne Band 20 kann in der Stadt tadellos laufen und auf dem Stellplatz im Wald nichts mehr finden.
Meine Einschätzung zu den einzelnen Produkten
TP-Link Archer MR600 4G+ LTE Router
Der beste Startpunkt für die meisten Wohnmobile.
Der Archer MR600 ist ein sinnvoller Kompromiss: deutlich stärker als ein Handy-Hotspot, bezahlbar und einfach genug für Einsteiger. Er eignet sich für mehrere Geräte, Streaming und normales Arbeiten, solange LTE-Empfang vorhanden ist.
Gut geeignet für: Urlaubsreisen, Familien, Paare, Streaming am Abend und Camper, die ein eigenes WLAN im Fahrzeug wollen.
Grenze: Kein echter 12V-Industrie-Router. Für feste Profisysteme und rauere Installation ist Teltonika passender.
TP-Link Archer MR600 direkt ansehen →
TP-Link TL-MR6400 LTE Router
Der günstige Einstieg, wenn LTE reicht.
Der TL-MR6400 ist nicht der schnellste Router, aber für viele Camper ausreichend. Wer hauptsächlich Wetter, Navigation, E-Mail, WhatsApp und gelegentlich Streaming nutzt, braucht oft kein teures 5G-Gerät.
Gut geeignet für: preisbewusste Camper, gelegentliche Nutzung und Reisen mit normaler LTE-Abdeckung.
Nicht ideal für: mehrere parallele Videocalls, große Downloads oder anspruchsvolles Homeoffice.
TP-Link TL-MR6400 direkt ansehen →
AVM FRITZ!Box 6850 LTE
Komfortlösung für alle, die FRITZ!Box-Bedienung mögen.
Die FRITZ!Box 6850 LTE ist besonders interessant, wenn du bereits FRITZ!-Geräte kennst oder im Wohnmobil ein sauberes Heimnetz mit Mesh, Gast-WLAN und vertrauter Oberfläche möchtest.
Gut geeignet für: Komfort-Nutzer, Dauercamper auf Stellplatz/Campingplatz und alle, die einfache Verwaltung wichtiger finden als maximale Outdoor-Robustheit.
Grenze: Eher wohnungsnah gedacht. Für harte 12V-Festeinbauten im Fahrzeug ist Teltonika meist besser.
FRITZ!Box 6850 LTE direkt ansehen →
TP-Link M7650 mobiler LTE-Hotspot
Die beste Lösung ohne Einbau.
Ein mobiler Hotspot ist ideal, wenn du nichts fest installieren willst. SIM rein, einschalten, WLAN verbinden. Für Mietfahrzeuge, kleine Vans und flexible Reisen ist das oft praktischer als ein stationärer Router.
Gut geeignet für: Mietcamper, Wochenendtrips, Bahn/Hotel/Wohnmobil-Mix und Menschen, die den Router auch außerhalb des Fahrzeugs nutzen wollen.
Grenze: Akku und Empfang sind begrenzt. Für dauerhaften Betrieb im Fahrzeug ist ein fester Router angenehmer.
TP-Link M7650 direkt ansehen →
NETGEAR Nighthawk M6 Pro 5G
High-End-Hotspot für Arbeit unterwegs.
Der Nighthawk M6 Pro ist teuer, aber stark: mobile 5G-Leistung, moderne WLAN-Technik und Akku-Betrieb. Er passt besonders zu Campern, die beruflich online sein müssen und nicht billig improvisieren wollen.
Gut geeignet für: Videocalls, viele Geräte, mobiles Arbeiten und Reisen in gut ausgebauten 5G-Regionen.
Grenze: Der Preis ist hoch. Wer nur E-Mail und Navigation nutzt, kauft damit zu viel Gerät.
NETGEAR Nighthawk M6 Pro direkt ansehen →
Teltonika RUT241 LTE Router
Robuster 12V-naher Router für den Festeinbau.
Teltonika ist weniger Wohnzimmer-Router und mehr professionelle Fahrzeugtechnik. Der RUT241 ist interessant, wenn der Router dauerhaft im Wohnmobil verbaut werden soll und externe Antennen, stabile Stromversorgung und Fernwartung wichtiger sind als schicke Consumer-Oberflächen.
Gut geeignet für: Selbstausbauer, feste 12V-Installation, Dachantenne und Camper, die ein robustes Setup wollen.
Grenze: Einrichtung ist technischer als bei TP-Link oder FRITZ!Box. Für absolute Anfänger kann das mehr Aufwand bedeuten.
Teltonika RUT241 direkt ansehen →
Teltonika RUTX50 5G Router
Die Premium-Festeinbau-Lösung für anspruchsvolle Camper.
Der RUTX50 ist die Lösung, wenn Internet im Wohnmobil geschäftskritisch ist. Dual-SIM, 5G und professionelle Router-Funktionen machen ihn stark, aber teuer und nicht für jeden nötig.
Gut geeignet für: Dauerreisende, Homeoffice, Streaming, Backup-SIMs und hochwertige Festeinbauten mit Außenantenne.
Grenze: Deutlich teurer als einfache LTE-Router. Nur sinnvoll, wenn du die Funktionen wirklich nutzt.
Teltonika RUTX50 direkt ansehen →
Poynting MIMO-3-17 5G/LTE Dachantenne
Empfangs-Upgrade für feste Router-Setups.
Eine gute Außenantenne kann mehr bringen als ein noch teurerer Router, aber nur wenn sie richtig zum Router passt. Die Poynting MIMO-3-17 ist eher für feste Installationen und Router mit mehreren Antennenanschlüssen gedacht.
Gut geeignet für: Teltonika-Setups, feste Dachmontage und schwache Stellplätze.
Wichtig: Vor dem Kauf Anschlüsse, Kabelwege und Anzahl der benötigten Antennenkabel prüfen. Für einfache mobile Hotspots ist diese Antenne meist zu viel.
Poynting MIMO-3-17 direkt ansehen →
Starlink im Wohnmobil: stark, aber nicht immer die erste Wahl
Starlink ist für Camper interessant, die wirklich abseits normaler Mobilfunkversorgung stehen oder aus dem Wohnmobil arbeiten. Der große Vorteil: Du bist weniger abhängig vom nächsten Mobilfunkmast. Der Nachteil: Du brauchst freie Sicht zum Himmel, musst Strom einplanen und hast laufende Tarifkosten.
Gerade bei Starlink würde ich nicht irgendein Amazon-Zubehör als Hauptlösung empfehlen. Prüfe zuerst die offiziellen Starlink-Tarife und ob Roam/Residential zu deiner Nutzung passt. Zubehör wie Halter, Taschen oder 12V-Kabel macht erst Sinn, wenn klar ist, welches Starlink-Kit du nutzt.
| Starlink passt gut, wenn... | Starlink passt weniger, wenn... |
|---|---|
| du häufig frei stehst oder abgelegen reist | du fast nur auf Campingplätzen mit Mobilfunkempfang bist |
| Internet für Arbeit oder Sicherheit wichtig ist | du nur abends Wetter und WhatsApp nutzt |
| du Solar/Batterie schon ausreichend dimensioniert hast | deine Bordbatterie knapp ausgelegt ist |
| du freie Sicht zum Himmel hast | du oft unter Bäumen oder in engen Tälern stehst |
Für die Stromplanung ist wichtig: Starlink braucht dauerhaft Energie, und je nach Kit, Firmware, Temperatur, Hindernissen und Nutzung kann der Verbrauch deutlich schwanken. Plane deshalb mit Reserve und prüfe die aktuellen technischen Daten direkt beim Anbieter. Nutze zusätzlich unseren Solarbedarf-Rechner und den Batterie-Rechner.
LTE, 5G und EU-Roaming: worauf du achten musst
In der EU sowie in Liechtenstein, Norwegen und Island gilt grundsätzlich Roam-like-at-home. Die Bundesnetzagentur weist aber darauf hin, dass Anbieter bei bestimmten Konstellationen, etwa dauerhafter Nutzung im Ausland oder Fair-Use-Grenzen, zusätzliche Bedingungen haben können.
Für normale Urlaubsreisen heißt das: Ein deutscher Datentarif funktioniert oft unkompliziert. Für lange Reisen, Homeoffice oder sehr viel Streaming solltest du aber vorab prüfen, wie viel Datenvolumen im EU-Ausland wirklich enthalten ist.
| Nutzung | Datenbedarf grob | Empfehlung |
|---|---|---|
| Navigation, Wetter, Messenger | wenig | Smartphone oder günstiger LTE-Router reicht |
| Streaming am Abend | mittel bis hoch | Daten-SIM mit großem EU-Volumen |
| Videocalls und Arbeit | hoch | 5G/LTE-Router plus Backup-SIM |
| Abgelegene Regionen | je nach Nutzung | Starlink plus Mobilfunk-Backup |
Wie viel Datenvolumen brauchst du wirklich?
Die häufigste Frage vor dem Tarif-Kauf ist nicht "welcher Router", sondern "wie viel GB". Als grobe Orientierung pro Woche und Person, wenn hauptsächlich über den Camper-Router gesurft wird:
| Nutzungstyp | Verbrauch/Woche | Beispiel |
|---|---|---|
| Sparsam | ca. 1–3 GB | Navigation, Wetter, Messenger, wenig Social Media |
| Normal | ca. 5–10 GB | Surfen, Musik-Streaming, Social Media, gelegentliche SD-Videos |
| Streaming-Abend täglich | ca. 12–20 GB | 1–2 Std. Video-Streaming in SD/HD pro Abend |
| Homeoffice/Vielnutzer | ca. 25–40 GB | Videocalls, Cloud-Sync, HD-Streaming, mehrere Geräte |
Faustregel zur Umrechnung: Eine Stunde Video-Streaming in SD-Qualität verbraucht etwa 0,7–1 GB, in HD etwa 2–3 GB. Ein Videocall verbraucht grob 0,5–1,5 GB pro Stunde je nach Auflösung. Bei zwei Reisenden mit ähnlichem Nutzungsverhalten sollte das Datenvolumen entsprechend verdoppelt werden – oder beide teilen sich das WLAN eines gemeinsamen Routers, was insgesamt günstiger ist als zwei einzelne Smartphone-Tarife.
Welcher Tarif-Typ passt? Für kurze Reisen (1–2 Wochen) reicht oft eine Prepaid-Datenkarte mit EU-Roaming und einmaligem Datenpaket. Für Dauercamper oder häufige Reisende lohnt sich ein Kombitarif mit Hotspot-Funktion oder eine reine Daten-SIM im Abo mit monatlich kündbarem oder festem Volumen – meist günstiger pro GB als Prepaid-Aufladungen. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt einen Router mit Dual-SIM oder eine zweite SIM eines anderen Netzbetreibers als Backup, falls ein Netz an einzelnen Stellplätzen schwach ist.
Außenantenne: wann lohnt sie sich?
Eine Außenantenne lohnt sich nicht automatisch. Sie ist sinnvoll, wenn du häufig an schwachen Stellplätzen stehst und dein Router passende Anschlüsse hat. Bei einem mobilen Hotspot ohne sinnvolle Antennenanschlüsse bringt sie dir wenig.
Vor dem Kauf prüfen: Hat dein Router SMA, TS9 oder andere Anschlüsse? Wie viele LTE/5G-Anschlüsse braucht er? Wie lang wäre das Kabel vom Dach zum Router? Lange Kabel können den Antennengewinn wieder auffressen.
Wer den Router vor allem zum Fernsehen anschaffen will, sollte vorher die Gegenrechnung kennen: In abgelegenen Regionen liefert Satellit ein Bild, wo Mobilfunk nichts mehr bringt. Der Vergleich steht in der Kaufberatung Fernsehen im Wohnmobil: Sat-Anlage oder Streaming?.
Strombedarf für Router und Starlink berechnen
Router brauchen wenig Strom, 5G und Starlink deutlich mehr. Plane Batterie und Solar nicht zu knapp.
☀️ Solar berechnen 🔌 Batterie berechnenWoran Internet-Käufe im Wohnmobil scheitern
1. Router ohne Antennenanschluss gekauft. Der häufigste Fehler. Steht das Wohnmobil an einem schwachen Stellplatz, ist die einzige wirksame Maßnahme eine Außenantenne – und die lässt sich nur anschließen, wenn das Gerät Buchsen dafür hat. Zwei SMA-Anschlüsse kosten beim Kauf nichts extra und retten später das Setup.
2. Strombedarf nicht mitgedacht. Ein 230V-Router am Wechselrichter zieht mehr, als die Datenblattangabe vermuten lässt: Der Wechselrichter selbst verbraucht im Leerlauf 10 bis 20 Watt. Über einen Tag summiert sich das auf mehr als der Router selbst braucht.
3. Datenvolumen zu knapp kalkuliert. Zwei Personen, die abends je eine Folge streamen, liegen schnell bei 15 bis 20 GB pro Woche. Wer mit einem 10-GB-Tarif rechnet, zahlt am Ende teure Nachbuchungen.
4. Antenne gekauft, die nicht passt. Eine 4x4-MIMO-Dachantenne an einem Router mit zwei Anschlüssen bringt nur die Hälfte. Dazu kommt: Jeder Meter Antennenkabel frisst Signal. Eine gut platzierte kleine Antenne mit kurzem Kabel schlägt eine große mit fünf Metern Leitung.
5. Starlink als erste Lösung. Wer überwiegend auf Campingplätzen steht, löst mit Starlink ein Problem, das er nicht hat – und zahlt dafür monatlich plus Strom. Der Fall für Starlink ist echtes Freistehen abseits der Netze, nicht schlechtes WLAN am Platz.
Preisklassen – womit du rechnen musst
Beim Internet im Wohnmobil sind die laufenden Kosten wichtiger als der Anschaffungspreis. Grobe Orientierung:
| Klasse | Typisch | Wofür du zahlst |
|---|---|---|
| LTE-Router Einstieg | ca. 70–130 € | Cat4, SIM-Slot, einfaches WLAN, oft ohne Antennenbuchsen |
| LTE-Router Mittelklasse | ca. 130–250 € | Cat6, kräftigeres WLAN, SMA-Anschlüsse für Außenantenne |
| 5G-Hotspot / Festeinbau | ca. 300–700 € | 5G-Modem, Dual-SIM, 12V-Betrieb, robustere Hardware |
Dazu die Posten, die selten mitgerechnet werden: Eine Dachantenne kostet 150–350 €, die Kabel und Stecker dazu nochmal 30–80 €, und eine saubere Dachdurchführung schlägt mit 20–50 € zu Buche. Wer das montieren lässt, zahlt weitere 150–300 €.
Die eigentlichen Kosten sind aber der Tarif. Eine Daten-SIM mit 20 bis 50 GB liegt je nach Anbieter grob bei 10–30 € im Monat, Starlink deutlich darüber. Über ein Jahr gerechnet übersteigt der Tarif fast immer den Gerätepreis – deshalb lohnt es sich, beim Router nicht am falschen Ende zu sparen, aber beim Tarif genau zu vergleichen.
Gibt es einen Testsieger?
Für Camper-Internet als Gesamtlösung: nein. Es gibt keinen unabhängigen Test, der Router, Antenne, Tarif und Stellplatzsituation zusammen bewertet – dafür sind die Bedingungen zu unterschiedlich. Derselbe Router liefert an zwei Stellplätzen völlig verschiedene Ergebnisse.
Was es gibt, sind Netztests der Mobilfunkanbieter, etwa von connect oder CHIP. Die sind für die Tarifwahl deutlich relevanter als jeder Routertest, weil die Netzabdeckung über das Ergebnis entscheidet und nicht die Hardware. Wer viel auf dem Land steht, sollte bei der SIM-Wahl auf die Flächenabdeckung schauen, nicht auf Spitzengeschwindigkeiten in Großstädten.
Diese Seite ist kein Test. Ich vergleiche Anschlüsse, Stromversorgung, Frequenzbänder und Eignung fürs Fahrzeug anhand der Herstellerangaben und sage dazu, wo ein Gerät an seine Grenze kommt. Selbst geprüft sind die Produkte nicht.
Fazit: Was würde ich zuerst kaufen?
Für die meisten Camper würde ich zuerst den TP-Link Archer MR600 prüfen: bezahlbar, ausreichend schnell und deutlich komfortabler als dauerhafter Handy-Hotspot. Wer möglichst günstig starten will, nimmt den TP-Link TL-MR6400. Wer aus dem Wohnmobil arbeitet, schaut eher Richtung NETGEAR Nighthawk M6 Pro oder Teltonika RUTX50.
Für einen festen, sauberen Einbau ist Teltonika die bessere Richtung als ein Wohnzimmer-Router. Eine Poynting-Dachantenne lohnt sich erst, wenn der Router und die Verkabelung dazu passen. Starlink ist stark als Off-grid-Lösung, aber eher Ergänzung oder Spezialfall als Standard für jeden Wochenendcamper.