Photovoltaik-Amortisation Rechner – lohnt sich Solar fürs Wohnmobil?
Investition, Nutzungstage und Ersparnis pro Nacht eintragen – und sehen, wann sich die Solaranlage auszahlt. Für die Dimensionierung der Anlage selbst gibt es den Solar-Rechner.
☀️ Photovoltaik-Amortisation Rechner
Wann zahlt sich deine Solaranlage aus? Berechnung basierend auf Investitionskosten, Reisetagen und Ersparnis pro Nacht.
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Solar rechnet sich über die gesparten Landstromnächte. Bei 40 und mehr Reisetagen im Jahr liegt die Amortisation meist bei zwei bis vier Jahren, bei unter 15 Tagen selten in vertretbarer Zeit. Dann kaufst du Unabhängigkeit, nicht Ersparnis – das ist ein legitimer Grund, aber ein anderer.
Wann lohnt sich Solar fürs Wohnmobil wirklich?
Die Investition in eine Solaranlage lohnt sich vor allem finanziell, wenn zwei Faktoren zusammenkommen: viele Reisetage im Jahr und eine spürbare Ersparnis pro Nacht durch vermiedenen Landstrom oder autarke Stellplätze statt teurer Campingplätze mit Stromanschluss.
- Vielnutzer (40+ Tage/Jahr): Amortisation meist innerhalb von 2–4 Jahren
- Gelegenheitsnutzer (15–30 Tage/Jahr): Amortisation meist 4–7 Jahre
- Wenignutzer (unter 15 Tage/Jahr): Rein finanziell oft nicht in vertretbarer Zeit rentabel – Solar lohnt sich hier eher für Komfort und Unabhängigkeit
Wichtig: Die Lebensdauer eines Solarpanels liegt bei 20–25 Jahren, die eines MPPT-Ladereglers bei 10–15 Jahren. Selbst bei längerer Amortisationszeit bleibt am Ende meist ein deutlicher finanzieller Vorteil.
Woher kommt die Ersparnis konkret?
- Vermiedener Landstrom-Aufpreis: Viele Stellplätze berechnen 3–6 € Aufpreis für Stromanschluss – mit ausreichend Solar und Batterie ist der Anschluss unnötig
- Autarke Stellplätze statt Campingplatz: Wer autark stehen kann, zahlt oft 10–20 € weniger pro Nacht als auf vollausgestatteten Campingplätzen
- Kein Generator nötig: Wer sonst einen Diesel- oder Benzingenerator nutzen würde, spart zusätzlich Kraftstoffkosten und Wartung
- Längere Standzeiten ohne Fahrt: Wer öfter mehrere Tage am selben Stellplatz steht, profitiert besonders von Solar-Nachladung ohne Motorlaufzeit
Wer die passende Anlagengröße für den eigenen Verbrauch noch nicht kennt, sollte vorher den Solar-Rechner nutzen – der zeigt, wie viel Watt und Batteriekapazität für den eigenen Stromverbrauch sinnvoll sind.
Was eine Anlage wirklich einspart
Die Ersparnis entsteht nicht durch „selbst erzeugten Strom", sondern dadurch, dass du Plätze ohne Landstromanschluss nutzen kannst. Der Preisunterschied ist der eigentliche Hebel.
| Platzart | Preis pro Nacht | Strom |
|---|---|---|
| Stellplatz ohne Strom | 8–15 € | — |
| Stellplatz mit Strom | 12–22 € | pauschal oder nach kWh |
| Campingplatz Nebensaison | 20–35 € | meist inklusive oder 0,60–0,90 €/kWh |
| Campingplatz Hochsaison | 30–55 € | teils separat abgerechnet |
Realistisch sparst du pro autarker Nacht 4 bis 12 Euro. Bei 30 Nächten im Jahr sind das 120 bis 360 Euro – daraus ergibt sich die Amortisationszeit für eine Anlage von 450 bis 1.800 Euro.
Was die Rechnung verzerrt: Wer ohnehin fast nur auf Campingplätzen mit Strom steht, spart durch Solar praktisch nichts. Wer bereits frei steht und dafür einen Generator nutzt, spart dagegen zusätzlich Sprit und Lärm.
Der Ertrag hängt an Jahreszeit und Ausrichtung
Die Wattzahl auf dem Panel ist ein Laborwert bei senkrechter Einstrahlung und 25 Grad Modultemperatur. In der Praxis liegt der Tagesertrag deutlich darunter – und schwankt über das Jahr erheblich.
| Monat | Ertrag je 100 Wp | Nutzbar |
|---|---|---|
| Juni/Juli | ca. 400–500 Wh/Tag | deckt Kühlschrank plus Licht |
| April/September | ca. 250–350 Wh/Tag | deckt Grundverbrauch |
| Oktober/März | ca. 120–200 Wh/Tag | Ergänzung, keine Vollversorgung |
| Dezember/Januar | ca. 30–80 Wh/Tag | hält die Batterie, mehr nicht |
Ein flach auf dem Dach liegendes Panel bringt im Sommer den besten Ertrag, im Winter deutlich weniger als ein aufgestelltes. Für Wintercamping ist ein aufstellbares oder mobiles Panel deshalb sinnvoller als mehr Watt auf dem Dach.
Verschattung wirkt überproportional: Ein Dachfenster, eine Antenne oder ein Ast, der über eine Zelle wandert, kann den Ertrag des gesamten Strings einbrechen lassen. Bei verschatteten Dächern lohnen zwei kleinere Panels mit eigenen Reglern mehr als ein großes.
Was zur Anlage noch dazugehört
Das Panel ist selten der größte Posten. Wer nur Modulpreise vergleicht, unterschätzt die Rechnung:
- MPPT-Laderegler: Holt 10 bis 30 Prozent mehr aus dem Panel als ein einfacher PWM-Regler, besonders bei kaltem Wetter und Teilverschattung. Bei allem über 100 Wp die richtige Wahl.
- Kabelquerschnitt: Zu dünne Leitungen kosten Ertrag durch Spannungsabfall. Bei längeren Wegen vom Dach zum Regler großzügig dimensionieren.
- Dachdurchführung und Klebemontage: Bohrungen sind die häufigste Ursache für Undichtigkeiten. Geklebte Spoiler sind bei GFK-Dächern meist die sicherere Lösung.
- Batterie: Ohne ausreichende Speicherkapazität nützt der Ertrag nichts. Eine 100-Ah-AGM stellt nur rund 50 Ah nutzbar bereit, eine LiFePO4 etwa 80 Ah.
Rechne bei der Amortisation deshalb mit den Gesamtkosten inklusive Einbau – nicht mit dem Panelpreis. Wie viel Batteriekapazität du brauchst, ermittelst du im Batterie-Rechner, den passenden Solarertrag im Solar-Rechner.
Häufige Fragen
Wann amortisiert sich eine Solaranlage im Wohnmobil?
Bei regelmäßiger Nutzung (40-60 Reisetage im Jahr) und 4-5 € Ersparnis pro Nacht durch vermiedenen Landstrom amortisiert sich eine typische 300-Watt-Anlage für 500-900 € meist innerhalb von 2 bis 4 Jahren.
Wie viel spart eine Solaranlage pro Nacht wirklich?
Die Ersparnis ergibt sich meist aus vermiedenen Landstrom-Gebühren auf Stellplätzen (3-6 € pro Nacht) oder aus der Möglichkeit, auf teurere Campingplätze mit Stromanschluss zu verzichten und autarke Stellplätze zu nutzen.
Lohnt sich Solar auch bei wenigen Reisetagen im Jahr?
Bei unter 20 Reisetagen im Jahr dauert die Amortisation oft deutlich länger als 5 Jahre. Hier lohnt sich Solar eher für den Komfort (unabhängig von Stromanschluss, Wildcamping) als für die reine Kostenersparnis.
Wie viel Ertrag bringen 100 Wp pro Tag?
Im Juni und Juli rund 400 bis 500 Wattstunden, im April und September 250 bis 350, im Winter nur 30 bis 80. Die Wattzahl auf dem Panel ist ein Laborwert und wird im Alltag nicht erreicht.
Lohnt sich ein MPPT-Laderegler?
Ab etwa 100 Wp ja. Er holt 10 bis 30 Prozent mehr aus dem Panel als ein einfacher PWM-Regler, besonders bei Kälte und Teilverschattung. Bei kleinen Erhaltungspanels genügt PWM.
Was passiert bei Verschattung?
Der Ertrag bricht überproportional ein – ein Ast oder eine Antenne über einer einzelnen Zelle kann den ganzen String lahmlegen. Bei verschatteten Dächern sind zwei kleinere Panels mit eigenen Reglern besser als ein großes.
Reicht Solar auch im Winter?
Zum Erhalten der Batterie ja, zur Vollversorgung nicht. Im Dezember liefern 100 Wp nur 30 bis 80 Wattstunden am Tag. Für Wintercamping sind aufstellbare Panels sinnvoller als mehr Watt flach auf dem Dach.